Fackelbau 2006: Scrat und die Ehrenbürger-Nuss

Die ersten Vorboten des Fackelbaus bahnten sich bereits im November 2005 an, als eine Fackelbaugemeinschaft mit dem Jägerzug „Jecke Boschte“ ins Gespräch gebracht wurde. Dieses Angebot haben wir uns dann einige Zeit durch den Kopf gehen lassen und es unter anderem ausgiebig im „Sanitär-Paradies“ eines Griechischen Lokals während unserer Weihnachtsfeier diskutiert. Im Endeffekt haben wir im Januar für den Fackelbau gestimmt, und so kam was kommen musste.

Die Vorgeschichte

Ins Rollen kam die Sache im April. Auf dem Fackelbau-Info-Abend des BSV wurde unser Vorhaben offiziell angemeldet und so wurde bei einem weiteren Abend im „Anno“ ein Motiv gefunden und ein Treffen ausgemacht um uns vom Zustand des Materials zu überzeugen.

So traf man sich am 27. April am Gas- und Wasserwerk zur Besichtigung der Fackelwagen. Hinter dem GWG stand der Wagen der Jecke Boschte (hier etwas schwer zu erkennen) unter einer Plane in einem Wäldchen. Der Zustand war besser als befürchtet und so ging es nach der Besichtigung weiter nach Neurath.

Der Bernardus-Wagen stand in einer Scheune auf einem nicht mehr benutzten Bauernhof unseres Landwirts Hans-Peter gegenüber des Neurather RWE-Kraftwerks. Dort hatte er die Zeit bestens überstanden und so konnte man die Anno 2002 von Eisenkarl konstuierte Mechanik, die sich noch heute auf dem Wagen befindet, bestens bewundern. Diese löste übrigens beim Fackelbau-Spezialisten der „Jecke Boschte“ spontan Begeisterung aus. Darüber war ist die Grundversorgung der Fackelbauer bereits gesichert, denn der ebenfalls auf dem Wagen befindliche Kühlschrank erwies sich als funktionstüchtig. Ein Abschließendes Gespräch brachte folgende Resultate: Wir verwenden den Wagen der Jecke Boschte, nehmen jedoch unsere Mechanik. Fackelbau-Auftakt ist Freitag, der 12. Mai – dann bringen wir den Fackelwagen in die Halle nach Allrath.

Die Idee

Ungefähr zur gleichen Zeit wie die Frage des Motivs für den nun anstehenden Fackelbau fiel der Kinostart von Ice Age 2. Dieser wurde anscheinend von einigen Mitgliedern beider Züge gesehen, so dass aus beiden Lagern zeitgleich der Vorschlag kam doch die putzige Figur Scrat (siehe links) zu bauen, da sie als Figur einen hohen Wiedererkennungswert hat und sich dazu bestimmt leicht ein Thema finden ließe.

Am besagten 12. Mai wurde dann der Fackelwagen abgeholt. Dazu traf man sich am GWG in respektabler Mannzahl und machte sich an die Arbeit. Nach zwei Stunden war alles erledigt und so konnte der Transport mit der bereits organisierten Polizeieskorte nach Allrath erfolgen. Auch ein weiterer Planungs-Abend in der Fackelhalle, bei der auch das Gerüst aufgebaut wurde, konnte unter der Rubik „Erfolg“ verbucht werden.

Die Konstruktion

Auch hier schritt Konstrukteur Jan wieder zur Tat. Die handgezeichnete Pose von Scrat wurde eingescannt, nachgezeichnet und in die richtige Proportion gebracht. So konnte dann die Größe der einzelnen Bauteile berechnet werden. Bei weiteren Fackelbau-Aktionen entstand während der folgenden Zeit – trotz ablenkender Faktoren wie der Fußball-WM – die komplette Fackelmechanik und ein ansehnlicher Teil der Figur. Auch konnten sich einige Bernardiner in ihren handwerklichen Fähigkeiten weiterbilden, zum Beispiel im Schweißen und Flexen. Aber auch die kleinen Schwätzchen kamen natürlich nicht zu kurz. Dennoch wurde immer recht diszipliniert gebaut und die Arbeiten schritten gut voran.

Nicht unerwähnt bleiben soll jedoch der folgende Moment. Der Kopf der Figur wurde aus der Bauzeichnung heraus berechnet und separat am Boden gebaut. Nach Vollendung des Werks setzte man diesen eines Abends probehalber auf die Mechanik – um zum allgemeinen Entsetzen festzustellen, dass man das gute Stück zu groß gebaut hatte. Nur wollte man dieses überaus gelungene Stück nicht wieder kaputt machen. Nach eingehender Beratung mit den leitenden Konstrukteuren und langen Diskussionen an der Fackel entschloss man sich daher die Form der übrigen Figur anzupassen und somit die komplette Figur zu vergrößern, die Mechanik zu erweitern. Grob gerechnet waren wir nun bei einer Größe von 3,90 Metern Höhe und einer Länge von über 10 Metern.

Das Ausbügeln dieses Fauxpas kostete eine Woche Umbauarbeit, die jedoch irgendwie einkalkuliert war, was diesen Fehler glücklicherweise halb so schwerwiegend machte.

Nach diesem „Highlight“ gleich zu Beginn des Monats Juli folgten den Rest des Monats keine weiteren Überraschungen, da dass man sich in in der Allrather Halle gepflegt dem Bau der Großfackel widmen konnte. Die Fortschritte im Bau waren sehenswert und pünktlich zum Monatsende konnten wir voll Stolz vermelden, dass die Schweißarbeiten beendet waren und man nun ruhigen Gewissens mit der Installation der Technik und Elektrik beginnen konnte. Hier kamen nun die Spezialisten zum Zuge, die der Fackel nun Leben einhauchten.

Die Technik

Mechatronik-Profi Tim Albuschies und Schweiß-Fachmann Thomas Beuser machten sich nun ans Werk. Bereits bei der Konstruktion des Kopfes war beschlossen worden den Mund beweglich zu machen. Im Laufe der Zeit kamen noch Arme und Körper hinzu, so dass es nun drei Elemente für Bewegung gab. Man entschied sich für S7-Steuerung, die den Job vollautomatisch oder wahlweise manuell erledigen kann. Die Bewegungen an sich erfolgte durch Ventile und Zylinder die Pneumatisch angetrieben werden.

Es werde Licht

Komplettiert wurde die Bewegung durch den Schwanz, der (wie im wahren Leben) manuell bedient wurde. So vergingen wieder einige Wochen der Kostruktion, schließlich musste neben der Bewegung auch noch die komplette Beleuchtung installiert werden. Hierfür hatten wir mit Michael Heres qualifiziertes Fachpersonal aus den Reihen der „Jecke Boschte“ zu bieten.

Der Endspurt

Zweck des Besuchs war die Übergabe der Fackeln, die von den Kindern passend zur Fackel in Nuss-Form gebastelt worden waren. Nun konnte sich Hermannjosef ans Werk machen. In einer Wochenend-Aktion wurde der Fackel dann die Farbe eingehaucht – gerade passend zum Besuch der Schulkinder der Klasse 4a der städtischen Grundschule Graf Kessel Straße. Nun musste nur noch der Spruch auf die Seitentransparente gemalt werden. In einer Internet-Abstimmung hatte man sich in der Woche zuvor auf den Slogan:
„Grevenbreusch – weisste bescheid – vorbei ist Hotte Schlämmers Zeit!
Scrat als Ehrenbürger das wär Klasse – der bringt Nüsse in die Kasse!“

Dieser wurde nun aufgemalt und pünktlich wurde die Fackel pünktlich am Mittwoch vor dem Schützenfest fertig. Nun konnte man unbeschwert am Kirmesdonnerstag die Fackel bei einem zünftigen Bierchen in gemeinsamer Runde einweihen.

Fazit

Es war auch dieses Jahr für alle Beteiligten eine schöne Zeit, bei der man eine Vielzahl teils extrem heißer, teils mückenbeladener Sommerabende in trauter Runde verlebte. Und natürlich hatten wir auch dieses Jahr wieder die „Buxe nass“, wie man im Schützen-Jargon so sagt. Der Umzug war einfach super, die Reaktionen der vielen tausend Zuschauer und unseres „Fanclubs“ der 4a am Straßenrand einfach phänomenal… da hat man nachher im Zelt umso mehr Grund, ein ordentliches Fass aufzumachen. Highlight des Abends war allerdings der zweite Platz in der Fackelwertung. Eine Platzierung, die wir bis heute noch nie erreicht hatten und die durchaus noch steigerungsfähig ist. Sollte sich eine solche Kombination jedenfalls nochmals ergeben, können sich die Besucher auf ein wahres Feuerwerk gefasst machen.

Also, hiermit verkünden wir es offiziell:
Wir bauen wieder!